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 Canada/USA/Übersee
Canadafan Offline



Beiträge: 35

08.02.2006 19:02
Cabada - Alaska Teil 8 antworten

16.08.
Schon um 08:00 fahren Monika und Manfred,Anita, Claudia und ich zum 2,5 km entfernten Fish Creek. Nur Karola und Bernd schlafen noch etwas länger.
Hier am Fish Creek laichen Lachse von Anfang August bis Mitte September im Kiesbett des hier flachen Gewässers. Von Park Rangern hier eine Beobachtungsstation aufgebaut worden. Es stehen auch schon einige Wohnmobile und Pkw auf dem dazugehörigen Park-platz. Im Bach tummeln sich tausende von Lachsen und viele Fischkadaver liegen am Ufer. Sie dienen als Mahlzeit für Möven, die laut kreischend "ihren" Fisch vertei-digen, obwohl direkt daneben ein anderer Kadaver liegt. Die beute des anderen ist wohl die bessere.
Es riecht auch überall nach Fisch.
Auf dem Steg gehen die Besucher mit Stativen und Kameras und Fotoapparaten umher. Es wird nur geflüstert. Plötzlich kommt Bewegung in die Menge, ein ausgewachsener Grizzly kommt in das Bachbett. Man hört es allein am Protest der Möven, das hier etwas los ist.
Mit Blick auf die Lachse trottet Meister Petz behäbig durchs Wasser. Dann plötzlich springt er vor und hat einen zappelnden Lachs im Maul. Er bringt ihn ans Ufer und fängt an, ihn zu vertilgen. Dabei frißt er nur den Kopf, die Haut und den Rogen des Fisches. Alles andere läßt er liegen. Bei dem reichlich gedeckten Tisch nimmt er also nur die Delikatessen. Er kommt ganz dicht (etwa 1 1/2 m unter uns vorbei. Von der sicheren Plattform aus wird fotografiet, was das Zueg hält. Dann taucht gegenüber ein weiterer Grizzly auf. Er muß wohl schon in Machtkämpfe verwickelt gewesen sein. Jeden-falls hat er eine handflächengroße offene Wunde an senem Hinterteil. Als er den anderen größeren Kollegen sieht, dauert es nicht lange und erverschwindet wieder im Ufergebüsch. So beobachten wir an diesem Morgen 7 - 8 verschiedene Grizzlies. Manche davon waren so satt, daß sie die Fische nur fingen, mit ihnen spielten, um dann am Ufer liegen zu lassen. So viel Grizzlies hatte ich noch nie zuvor gesehen!
Interessant war es auch den Lachsen beim Laichen zuzusehen. Wie das Weibchen durch schnelles Bewegen auf der Stelle eine kleine Mulde im feinen Kies gräbt, das größere Männchen es ständig umschwimmt und gegen Nebenbuhler verteidigt. Der Zyklus der Lachse ist auf Displays am Steg erklärt. So erfährt man, daß sie etwa 1 Jahr benötigen, bis sie von ihrer Geburtsstelle bis zum Pazifik benötigen, dann innerhalb von 5 - 7 (je nach Lachsart)ihren weiten Weg bis in das Geburtsgewässer zurücklegen, um dort abzu-laichen und zu sterben. Millionen Fische kommen nie dort an, weil sie vorher vom Menschen oder "anderen Raubtieren" gefangen werden.
Tief beeindruckt und vollbepackt mit Filmmaterial verlassen wir um 12:30 Uhr (Karola und Bernd waren gegen 10:00 Uhr zu uns gekommen)den Fish Creek. Wir verlassen Hyder, wo mitten im Ort ein Schwarzbär gefolgt von drei Jungen vor uns die Straße überquert, und fahren zurück bis Meziadin Junction, wo wir wieder auf den Hwy. 37, den Cassiar Hwy stoßen. Von hier liegen nicht ganz so spektakuläre 160 km bis zum Hwy. 16, dem Yellowhead Hwy. vor uns. Lediglich die Farben sind heute in der Sonne noch bunter. Einige Blätter der Espen am Waldrand sind schon goldgelb. Mit dem roten Ahorn daneben bilden sie einen herrlichen Kontrast zum satten Grün des Waldes.
Wir kommen zügig voran, da es auf dieser Strecke keine Baustellen gibt. Schließlich erreichen wir Kitwanga, einem Indianerreservat. Hier stehen die ältesten Totempfähle der Westküstenindianer, die wir uns näher betrachten.
Dann fahren wir auf dem Hwy.16 Richtung Osten. In mir macht sich Wehmut breit, denn ich weiß, daß die nächsten km nicht die Wildnis und Stille bieten, wie auf den bisher zurückgelegten Strecken. So ist hier auch der Verkehr viel dichter. Na gut, der Yellowhead Highway ist neben dem Hwy. 1, dem Trans-Canada- Highway eine der Haupt-schlagadern von Canada.
Wir fahren ein Stück am Skeena River entlang, durchfahren New Hazelton und erreichen schließlich unsere heutiges Ziel, den Indianerort Moriceton am Bulkley River. Es ist eine Wet'suwet'en - Gemeinde mit 815 Einwohnern und gleichzeitig der Hauptsitz dieses Stammes. Früher hieß der Ort "Kyah wiget", was "alte Stadt" bedeutete. 1892 kam der franz. Missionar Morice hierher, der die Sprache der Indianer erlernte und Gebete übersetzte. Nach ihm wurde der Ort später benannt.
Die Wet'suwet'en legen heute wieder Wert auf alte Traditionen, Kultur und Sprache. Aber gerade die Sprache bereitet erhebliche Schwierigkeiten, den nur noch 15% des Stammes spricht sie, 5% versteht sie , spricht aber nicht.
Am Ortsausgang fahren wir links über die Brücke des Bulkley River. Rechts unter uns ist die gewaltige Sromschnelle, wo Indianer auf Bohlen oder Fels stehend mit langen Stangen Lachse fangen. Ich fahre ganz langsam über die Brücke und halte nach meinem langjährigen Indianerfreund Larry Ausschau. Ich kann ihn nicht beim Fischen sehen. Also fahren wir erstmal auf die Anhöhe, wo ein herrlich gelegener Campingplatz hoch über dem Bulkley River angelegt ist. Ein Schil (übringens in duetscher Sprache!): "Willkommen auf unserem schönen Indianer-Campingplatz" lädt uns zusätzlich ein. Da er ziemlich leer ist, können wir uns Stellplätze aussuchen. Ich beauftrage Claudia mit der Bestimmung unseres Platzes und fahre zu Larry's Wohnhaus. Hier hupe ich vorm Haus und traue mich nicht auszusteigen. Ein großer Hund steht bellend vor der Fahrertür. Erst als der 14 jährige Sohn in der Haustür erscheint, ist der Hund still und ich steige aus. Als den den Sohn frage, ob er smich noch kenne, lacht er und bittet mich ins Haus. Hier liegt Larry auf der Couch vorm Fernseher. Er schaut hoch, lacht springt auf und freut sich, daß "der crazy German back again" ist.
Als ich Larry sagte, daß ich ihn eigentlich beim Fischen sehen wollte, weil ich einen frisch gefangen Lachs von ihm haben wollte, öffnet er das Tiefkühlfach und wirft mir einen ca. 60 cm langes Exemplar in die Arme. No problem! -Wir verabreden uns für später auf dem Campground.
Als ich zurückkomme, ist das Gelächter groß, als ich mit dem Fisch aus dem Womo stieg.
Da es sehr warm (eher heiß 32°C)ist, sitzen wir abends mit Larry zusammen am Campfire. Es gibt viel zu erzählen und zu trinken. Torkelnd wird er um Mitternacht von seinem Hund heimgeführt. Bernd und Manfred wundern sich, daß der Alk bei ihm solche Spuren hinterlässt. Ich kläre sie auf, daß er auch genügend dazu kifft.
(Als ich ihn mal darauf ansprach, war er zornig: Ich bin ich, Du bist Du. Seitdem sprach ich nie mehr mit über Drogen).
Wir beschließen einen Tag länger hier zu bleiben.
17.08.
Morgens um 09:00 Uhr klopft es an unsere Tür. Wir liegen noch im Bett. Als ich die Tür aufmache, liegen 3 frischgefangene Lachse vorm Wohnmobil. Von Larry keine Spur. Was wollen wir mit soviel Fisch???
Wir frühstücken und kurz danach steht Larry wieder auf der Matte. Er führt Manfred und Monika in sein Dorf und zeigt ihnen die Kirche und andere Sehenswürdigkeiten. Ich wasche mittlerweile einen von den Fischen und schuppe ihn. Vom Campingplatz aus sehen wir , wie Larry und M.& M unten an der Stromschnelle stehen. Auch wir gehen dorthin. Ohne Larry dürften wir dieses Terrain nicht betreten. So aber schauen wir den Indi-anern beim Fischen zu und lassen uns die Fischleiter erklären. Die Lachse, die diesen Weg geschafft haben, werden gekennzeichnet, gewogen und gezählt. Danach erhalten sie wieder ihre Freiheit. Es ist sehr aufschlußreich.
Nachmittags wird alles für für das Lachs-Grillen vorbereitet. Holz spalten, Grill vorbereiten usw. Beim Zubereiten des Fisches ist Anita die Hauptköchin - obwohl sie keinen Fisch ist.
Als er gar ist, essen wir gemeinsam. Wir schaffen ihn nicht ganz.
Damit es nicht wieder so endet, wie gestern Abend, sage ich Larry, daß ich müde sei. Er versteht das sofort und wir verabschieden uns von ihm. Beide sind wir traurig und hoffen, uns bald wiederzusehen. Die 2 Tage in Moriceton wird keiner von uns vergessen!
18.08.
Wir verlassen den Indianer- Campingplatz um 07:00 Uhr.Wieder sind wir auf dem Yellowhead Highway. Durch saubere, blumengeschmückte Orte wie Smithers, Burns Lake (hier machen wir Mittagspause) und Fraser Lake kommen wir am Nachmittag in der über 80.000 Einw. zählenden Stadt Prince George an. Erst checken wir auf dem Campingplatz ein, dann fahren wir mit einem Womo in die City zum Einkauf.
In der Gegend, die wir heute durchfuhren,lebten früher die Carrier Indianer. Den Namen hatten sie von den europäischen Siedlern, weil sie die Überreste von Verstorbenen in Form von Asche in kleinen Beuteln mit sich trugen.
Rund um Prince George wurde bis vor einigen Jahren Frevel im Abholzen der Wälder für Bauholz getan. Das hinterließ viel auch Abfallmaterial. Als Industrie zur Nutzung dieses Abfalles in Form von Papierfabriken aufgebaut wurde, wuchs die Stadt rasend schnell von 14.000 auf über 50.000.Heute ist sie immer noch am wachsen und ist als 4. größte Stadt das Versorgungszentrum für den Norden.
Abends grillen wir wieder und es breitet sich schon ein wenig Wehmut aus - der Urlaub ist bald zu Ende.
Wir hoffen, daß Manfred früh ins Bett geht, aber heute tut er uns den Gefallen nicht. Wir wollen sein Womo zu seinem morgigen Geburtstag schmücken.
Da ich heute neben ihm meinen Stellplatz habe, sehe ich wann das Licht ausgeht und irgendwann schreiten Bernd und ich zur Tat.


HD ( Gast )
Beiträge:

08.02.2006 19:08
#2 RE: Cabada - Alaska Teil 8 antworten

Na, canadafan, Du entwickelst Dich ja zum Reisebuchautor. Aber - Du wirst auch gelesen und Dein Buch verschwindet nicht wie so manches Buch ungelesem im Bücherschrank.
Ich sagte ja, Du fährst die Reise wieder - wir fahren gerne mit - und für Dich und uns sogar für Umme (umsonst).
Danke und Gruss von HD
Reisen ist besonders schön, wenn man nicht weiß, wohin es geht. Aber am allerschönsten ist es, wenn man nicht mehr weiß, woher man kommt.
Lao-Tse

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