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 Canada/USA/Übersee
Canadafan Offline



Beiträge: 35

07.02.2006 15:59
Canada - Alaska Teil 7 antworten

12.08.
Während die anderen noch schlafen fahre ich um 08:30 Uhr los, um eine Werkstatt zu suchen, die an unseren 4 Wohnmobilen den Ölwechsel durchführt. Bei der ersten Werk-statt werde ich abgewimmelt, aber gegenüber die Esso Tankstelle erklärt sich bereit. Bei mir wird der Service sofort durchgeführt. Danach informiere ich die anderen, die mittlerweile "das Licht der Welt" erblickt haben. Recht schnell ist alles erledigt und wir fahren zum Bonanza Creek, etwa 4 km vor Dawson City. Wir sind dabei in den Goldfelder, wo am 16.08.1896 der Goldrausch begann. Noch heute wird hier nach Gold gesucht, nur mit anderen Geräten als damals. Die größte Maschine von damals, die Dredge No.4 liegt heute noch im Gelände. Das Ungetüm ist heute ein Museum. Im ganzen Gebiet um die Maschine herum liegt kein Stein mehr, wo er mal ursprünglich gelegen hat. Alles wurde umgewälzt auf der Suche nach Gold.
Anschließend fahren wir auf den Midnight Dome, den Berg an dessen Fuß Dawson City liegt. Normalerweise hat man von oben einen herrlichen Blick auf Dawson, die Mündung des Klondike in den Yukon River und das Bonanza Goldfeld. Aber heute nichts- nur dichter Dunst.Dieser hat sich noch mehr verdichtet und der gruch nach verbranntem Hlz ist noch intensiver geworden. Beim Anschließenden Rundgang und Shopping in Dawson erfahren wir, daß mittlerweile mehrere Brände im Yukon entfacht sind.
Abends gehen wir noch ein wenig durch Dawson und landen schließlich in einer Bar mit Live Musik. Manfred und Monika waren am Abend zuvor schon mal dort.Dort treffen wir auch vier deutsche und einen schweizer Zimmergesellen, die auf der Walz sind. Diesejungen Leute haben natürlich viel zu erzählen und wir "alten Böcke" beneiden sie . Nicht nur wegen des "gefragt seins" bei den weiblichen Besucherinnen der Bar - sie konnten sich vor Verehrerinnen kaum retten. Viel Bier, die Country Musik, Tanz brachten auch uns in gute Stimmung. Um 00:30 Uhr gings zurück in unsere Wohnmobile. Dawson City wird keiner von uns so schnell vergessen.
13.08.
Mit etwas dicken Köpfen fahren wir heute um 08:00 Uhr los. Wir fahren in Richtung Süden, überqueren den Klondike, an dem wir noch ein Stück entlang fahren. Viel zu sehen gibt es auf dieser Strecke nicht.
Nach 180 km kommen wir nach Pelly Crossing, ein Indianerdorf mit 400 Einw. vom Stamm der Selkirk. Hier sehen wir die Reste des verheerenden Waldbrandes von 1965. Am 12.06.1965 brach hier das Feuer aus und es konnte erst Ende Juli gelöscht werden, als bereits 325.000 Acker Wald verbrannt waren.
Bei Minto kommen wir wieder an den Yukon River. 25 km vor Carmacks halten wir auf einem Rastplatz oberhalb der Five Finger Rapids. Diese unscheinbar aussehende Stromschnelle war einst ein großes Hindernis der damaligen Goldsucher auf ihrem Weg nach Dawson und wurde manchem zum Verhängnis. Dann erreichen wir den Ort Carmacks, indem auch die meisten der 450 Einw. Indianer sind. Essind Tutchonen vom Stamm der Little Salmon. Benannt wurde der Ort nach George Carmacks, einem der 3 Goldschürfer von 1896, der später mit seiner Indianerfrau unweit der Five Finger Rapids gewohnt hat.
Am Ufer des Yukon machen wir unsere Mittagspause. Ursprünglich wollte ich hier übernachten und am nächsten Tag die 600 km bis Watson Lake durch pure Wildnis über den Campbell Hwy. fahren. Aber als ich erzählte, daß diese Straße eine teils sehr schlechte Schotterpiste ist, kam Protest auf. Von diesen Straßen hatten meine Freunde zunächst genug. Also umdisponieren - wir fahren über Whitehorse und bleiben dort heute Nacht auf dem Hi Country Campground, den wir ja bereits kennen.
Die Strecke führt uns vorbei an etlichen kleineren und größeren Seen. Gegen 15:00 Uhr kommen wir in Whitehorse an und suchen zunächst Fraserway, die Vermieterstation auf, wo der Kühlschrank von Bernd und Karola repariert wird. Der hatte schon einige Tage den Geist aufgegeben.
Dann fahren wir zum Campingplatz und liegen nach der gestrigen kurzen Nacht und den heutigen 540 km gegen 21:00 Uhr im Bett.
14.08.
Um 08:00 beginnt unsere Reise gen Süden. Diese Strecke bis Watson Lake sind wir bereits am 30./31.07. gefahren. Kurz vor Watson Lake geht nach rechts der Hwy. 37, der Cassiar Hwy. ab. Kurz vorher machen wir an der Tankstelle mit seinem großen Andenken-laden Halt.
Kurz nach dem Abbiegen auf den Cassiar Hwy. verlassen wir das Yukon Territory und kommen nach British Columbia. 720 km ist der Cassiar Hwy. bis Kitwanga im Süden lang und wurde erst 1970 fertiggestellt.
Durch einsame, aber wunderschöne Gegend bewegen wir uns gen Süden. Nach 100 km kommen wir nach Good Hope Lake, einer Indianersiedlung am gleichnamigen See mit 100 Einw. Weiter geht es durch szenenreiche Landschaft und wir erreichen Jade City, einen Ort mit 12 (!) Einw. Wir bewundern die großen Jadeblöcke, aus denen hier die verschiedensten Kunstfiguren hergestellt werden.
Schließlich erreichen wir 68 km vor Dease Lake unser heutiges Etappenziel nach 561 km, den Moose Meadow Campground. Dieser Platz liegt mitten in der Wildnis und hat weder Strom- noch WQasseranschluß. Er liegt herrlich am Ufer des Dease River.
Abends sitzen wir noch lange am Lagerfeuer und genießen die Stille dieser hier so friedlichen Welt.
15.08.
Morgens weckt uns schon früh die aufgehende Sonne. Über dem See, auf dem einige Wasservögel ihre Runden drehen, steigen dünne Nebelschleier auf, die Berge haben z.T. einen weißen Schal bzw. Hut auf. Gegenüber schiebt ein Biber Astzweige im Wasser vor sich her und verschwindet in der Mündung eines Baches. Wie herrlich ist die Welt!!!!!
Doch wir müssen weiter. Wir fahren um 07:45 Uhr los.und kommen zunächst zügig voran.Kurz vor Iskut kommen wir in die erste Baustelle. Wartezeit! In Iskut (Indianerdorf 300 Einw.) tanken wir und wir kommen in die nächste Baustelle. Wieder 1/2 Std. Wartezeit. So geht es auf den nächsten 50 km weiter. Wir kommen kaum voran.
Unterwegs sehen wir noch eine Elchkuh mit Kalb am Waldesrand, sonst ist heute an Viechern nichts zu sehen. Klar bei dem Betrieb und Radau der großen Lkw und Bulldozzer.
Gegessen wird während der Fahrt. Wir haben durch die Baustellen viel Zeit verloren, wollen aber noch bis Hyder/Alaska. Nach wie vor ist die landschaft faszinierend. Hell leuchten die Gletscher der Coast Mountains vor uns. Doch kurz danach kommen wir zu allem Pberfluß auch noch in ein Gewittergebiet. Hinter Meziaden Junction, wo wir Richtung Stewart/Hyder abbiegen, wird es Gott sei Dank wieder klarer und die Sonne kommt durch.
Am Parkplatz des Bear Glaciers machen wir halt. Die Zunge des Gletschers reicht bis in den vor uns liegenden See, auf dem auch einige Eisbrocken schwimmen. Um uns herum stürzen etliche Wasserfälle von den hohen Felswänden. Die Fotoapparate sind ständig am klicken.
Nach 35 km erreichen wir Stewart. Dieser Ort hat etwa 1.000 Einw. und liegt am 145 km langen Fjord Portland Canal. Dieser Fjord bildet auch die natürliche Grenze zwischen Canada und Alaska.
3,5 km hinter Stewart erreichen wir den Grenzübergang und sind in Hyder/Alska. Hier müssen wir auch die Uhr wieder eine Stunde zurückstellen. Wir sind in der "freund-lichsten Geisterstadt Alaskas", wie sie sich selbst mit ihren 100 Einw. nennt.Hyder ist etwas besonderes!
Über die Schotterstraße mit den vielen Schlaglöchern fahren wir vorbei an alten Bretterbehausungen zum Run-A-Muck Campground. Hier findet man alles vor. Direktwasser-Anschluß, Stro, WC, Dusche, sogar Waschmaschinen/Trockner mit Bügelraum und Firepits für Campingfeuer. Ansonsten ist in Hyder die Welt und die Zeit stehen geblieben.
Wir klemmen unsere Fahrzeuge an und gehen zu Fuß in die "Ghosttown". Alles sieht unaufgeräumt, wildwesthaft aus. Autowracks und verrostete maschine4n liegen teilweise vor den Häusern. Aber irgendwie hat dies Kaff seinen Charme!.Wie sollte es anders sein - wir landen in einer Bar. "Arbeit ist der Fluch der trinkenden Klasse" so heißt der Spruch über der Theke. Wacklige Barhocker, Poolbilliardtisch, unzählige Flaschen und Sprüche vor blinkender Leuchtreklame - wie iner Wildwestbar. Aber noch mehr fallen die unzähligen signierten Geldscheine mit Währungen aus aller Welt an den Wänden auf . Sie reichen vom Fußboden bis zur Decke, jeder freie Platz ist belegt. Da das irgendwann auch nicht mehr ausreichte wurden Klapptafeln an die Wände montiert, die heute teilweise auch schon voll sind. Eine wahnsinnig teure Tapete. Ich schaue nach unserem 5 Euroschein, den ich mit "Claudia und Werner auf Canada - Alaska Tour 2003" vor 2 Jahren aufhing, und wir finden ihn.
Begonnen hat das, als damals die Bergleute, die um 1920/30 in den Silber- und Kupfer-minen bei Hyder gearbeitet haben, Geldscheine mit ihrem Namen an die Wand pinnten, wenn sie gut bei Kasse waren. Hatten sie mal kein Geld, rissen sie ihren Geldschein von der Wand und mußten somit nicht verdursten.
Irgendwann konnte ich nicht mehr auf den harten Stühlen sitzen (es meldete sich die im Februar neu eingepflanzte Hüfte)und ich ging zurück zum Campingplatz. Nach der Hälfte der Strecke drehte ich mich um, um zu sehen, ob meine Freunde auch kamen und erstarrte. Ca. 15 m hinter mir folgte mir ein ausgewachsener Schwarzbär. Was nun -? Ruhe bewahren - normal weitergehen - alles das hatte ich im Kopf. Ich hatte schon viel Begegnungen, doch keiner folgte mir so auf den Fersen. Mir ging der Stift!.
Dann drehte ich mich wieder um, blieb stehen und filmte den Bär, wir er auf mich zukommt. Etwa fünf m vor mir drehte er nach recht ab und verschwand im hohen Gras am Wegrand.Puhhhh!
Jetzt war ich stol. Von meinen Freunden war nichts zu sehen. Also nichts wie auf den Campingplatz, das Auto abnippeln von Strom und Wasser und zurück zur Bar. Hier erzählte ich mein Erlebnis und keiner wollte es glauben. Da zückte ich die Camera spulte zurück und ließ sie in den Monitor schauen. Jetzt war ich der King. Jetzt tat mir auch der A... nicht mehr weh und wir blieben noch eine Weile bei Whiskey und Bier sitzen. Anita, die keinen Alkohol aufgrund einer Krankheit trinken kann, fuhr mein Womo zum Campingplatz zurück.
Beim nächsten mal mehr über noch mehr Begegnungen mit Bären.

 Sprung  

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